9.12.09

Metropolis, Metropolis

Im Rahmen der Berlinale 2010 wird Fritz Langs und Thea von Harbous berühmtester Film zum ersten Mal in einer annähernd vollständigen Version auf der Leinwand zu sehen sein: Wir freuen uns sehr auf dieses Fest!
Lesen konnte man freilich ab dem Jahr 1926, wie sich die Geschichte von Metropolis nun ‚wirklich’ zugetragen hat, schließlich schrieb Harbou Roman und Drehbuch parallel, und der Roman liegt in vielen Ausgaben vollständig vor. – Die Entstehungsphase einzelner Teilhandlungen von Metropolis reicht allerdings bis in die Zeit des Weltkrieges zurück: Bei der Arbeit an meiner Dissertation habe ich im Werk Thea von Harbous eine Erzählung ausfindig gemacht, in der ein Motivkomplex auftaucht, der in den Roman Metropolis einfließen sollte, sich allerdings nicht im Film findet: Im Jahr 1915 legte die Autorin die zyklische Rahmenerzählung Die Masken des Todes vor, in der sieben Binnenerzählungen Sterben und Tod thematisieren. Eine dieser ‚Sterbegeschichten’, „Die Eroberung von Orioli“, schildert eine Kreuzigungsszene, die, kaum modifiziert, auch in Metropolis erzählt wird. Wie es sich genau damit verhält, entnehmen sie diesem Ausschnitt aus Der Krieg und die Frau. Thea von Harbous Erzählwerk zum Ersten Weltkrieg.

9.11.09

DAS INDISCHE GRABMAL nun auch bei „soforthoeren.de“

Das Hörbuch Das indische Grabmal, nach dem Roman von Thea von Harbou aus dem Jahr 1918, bildete 2007 den Auftakt zu der Reihe Filme zum Hören, die darauf zielt, die literarischen Werke, die hinter populären Filmklassikern stehen, in Form eines neuen Mediums wieder in den Blick zu nehmen bzw. diesen Gehör zu verschaffen. Die Lesung des erfahrenen Schauspielers und Regisseurs Rudolf Marnitz folgte dabei dem ungekürzten Text der Erstausgabe des Buches, der jedoch an einigen wenigen Stellen dem heutigen Sprachgebrauch angepasst wurde.

Das Hörbuch mit einer Spielzeit von 6:25 h und einer Dateigröße von 425 MB steht nun auch bei dem Internet-Portal http://www.soforthoeren.de zum Download bereit. Bitte folgen Sie diesem Link:

Download DAS INDISCHE GRABMAL

Als Nr. 3 der Reihe Filme zum Hören erscheint im Dezember 2009 das Hörbuch Dr. Mabuse, der Spieler, nach dem Roman von Norbert Jacques, den Thea von Harbou und Fritz Lang 1922 in zwei Teilen kongenial verfilmten.

29.10.09

“Madam, why don´t you make a film about Bose…!”

von Dr. Lothar Günther

„In an unusual gesture, Dr. Goebbels held a special gettogether of leading German and foreign journalists, to meet some of us from Netajis personal staff. Finding me and Thea von Harbou, who was among the invitees, chatting, the Reichsminister for Propaganda and Public Enlightenment, (his official designation) wearing an unusual broad smile, butted in with words: Madam, why don´t you make a film about Bose. He would make a fine hero!”

Diese Episode aus dem Sommer 1942, als Thea von Harbou in indischer Begleitung auf Dr. Goebbels traf, überlieferte uns der Inder Dr. Mukund Ray Vyas in seinem 1982 in Bombay erschienenen Buch „Passage through a Turbulent Era“. Es war zu dieser Zeit wohl auch schon in führenden Kreisen des Dritten Reiches bekannt, dass Thea von Harbou die indischen Studenten und Freiheitskämpfer in Berlin materiell und politisch unterstützte.

Mukund Ray Vyas hatte von 1941 bis 1943 offiziell an der Berliner „Friedrich-Wilhelms-Universität“ das Fach Auslandswissenschaften belegt, aber sich schon Ende 1941 dem indischen Freiheitskämpfer Subhas Chandra Bose angeschlossen, für den er aufgrund seiner guten Sprachkenntnisse als Dolmetscher und Persönlicher Referent arbeitete.

Als Adolf Hitler am 29. Mai 1942 endlich nach über einem Jahr Wartezeit Subhas Chandra Bose in seiner „Wolfsschanze“ empfing, hatte dieses Gespräch für Bose positive wie negative Auswirkungen. Auf der einen Seite waren damit protokollarische und gesellschaftliche Schranken aufgehoben und führende Minister der Regierung gaben sich jetzt ebenfalls die Ehre, Subhas Chandra Bose zu empfangen oder einzuladen und diese Haltung auf die Mitarbeiter der „Zentrale Freies Indien“ auszudehnen. Andererseits wurde es Bose klar, dass der deutsche 'Führer' niemals eine Erklärung für die Unabhängigkeit Indiens von britischer Kolonialherrschaft und danach abgeben würde. Bei aller Unterstützung der deutschen Seite für die „Zentrale Freies Indien“ und deren Propagandatätigkeit nach Indien sowie für den Aufbau der „Indischen Legion“, änderte Hitler seine insgesamt negative Meinung über den Freiheitskampf der Inder gegen die britische Herrschaft nicht. Das führte Bose zu der Entscheidung, im März 1943 nach Südostasien zu gehen und die größere politische und militärische Hilfe der Japaner anzunehmen, auch um den Preis der Trennung von seiner Frau Emilie Schenkl (beide hatten nach indischem Ritual geheiratet) und der gerade geborenen gemeinsamen Tochter Anita.

21.9.09

Sie war "viel mehr" als nur die Ehefrau des Regisseurs Fritz Lang!

Zu einem Vortrag und einem Stummfilm mit Livemusik hatte das Filmmuseum Potsdam für den 18. September eingeladen.

Die Einführung zu Thea von Harbou und die Vorstellung von Andre Kagelmanns Buch Der Krieg und die Frau. Thea von Harbous Erzählwerk zum Ersten Weltkrieg begann um 19:00 Uhr in Anwesenheit des Urgroßneffen Kai von Harbou. Um 20:00 Uhr wurde dann der Stummfilm Das indische Grabmal, Teil 1: Die Sendung des Yoghi, gezeigt. An der Welte-Kinoorgel spielte Helmut Schulte.

Über den Vortrag von Andre Kagelmann mit dem Titel Ein ‚Grabmal‘ im Weltkrieg informieren wir demnächst!

31.8.09

Realismus als Phantastik oder Warum man ein Grabmal umbaut

Anmerkungen zu Thea von Harbou als Schriftstellerin im Krieg
von Andre Kagelmann

Am 18. September 2009 veranstaltet das 'Filmmuseum Potsdam' einen Abend über Thea von Harbou. Dieser Text dient der 'Einstimmung' auf die Veranstaltung.

Thea von Harbous Roman Das Indische Grabmal, der 1917 vollendet und 1918 veröffentlicht wurde, ist heute nahezu unbekannt. Doch die Geschichte, die darin erzählt wird, kennt man außerhalb von cineastischen Zirkeln vor allem noch durch die Verfilmung von Fritz Lang (1958/59); Richard Eichbergs Version (1937) ist hingegen zu Recht weitestgehend vergessen. Aber bereits 1921 ‚erbaute’ Joe May das indische Grabmal auf Zelluloid – und diese erste filmische Adaption des Romans war künstlerisch auch die gelungenste; Drehbuchautoren waren übrigens Thea von Harbou (1888-1954) und ein gewisser Fritz Lang …

Wenn nun die Romanautorin selbst am Drehbuch beteiligt ist, so kann man eigentlich davon ausgehen, dass sich Roman- und Filmhandlung weitgehend gleichen. In diesem Fall jedoch erfuhr der Plot um das indische Grabmal eine bedeutsame Änderung: So ist es zwar im literarischen und im filmischen Text die Aufgabe des Romanhelden, einer durchaus noch gar nicht so toten Maharani den Ort ihrer baldigen letzten Ruhe zu gestalten. Doch was im Roman noch ein Traum war, wurde im Film zur phantastischen Realität, das Grabmal wurde also gewissermaßen umgebaut. So erzählt die Geschichte nun nicht mehr von dem Traumgebilde eines Fieberkranken Architekten, sondern verkörpert, um mit Todorov zu sprechen, die Konfrontation mit dem Unheimlichen und Wunderbaren in der Realität dieser Welt: Der Traum entwickelt sich zur Realität, die Realität aber wird phantastisch …

Von welcher Realität respektive von welchen Realitäten ist aber hier die Rede? 1917 jedenfalls, dem Entstehungsjahr des Romans, war die Welt eine andere als 1921, dem Erscheinungsjahr des Films. Zwischen diesen vier Jahren liegt gewissermaßen eine Jahrhundert- und Epochengrenze, endete mit dem Ersten Weltkrieg doch das ‚lange’ 19. Jahrhundert, wie Eric Hobsbawm es nannte. Und Thomas Mann spricht in seinem Vorsatz zum Zauberberg vom Weltkrieg als „einer gewissen, Leben und Bewußtsein tief zerklüftenden Wende und Grenze“ (S. 9). – Überhaupt hatte die Literatur viel zu sagen zum Weltkriegsgeschehen, suchten die Schriftsteller doch, wie die Intellektuellen insgesamt, verlorenes gesellschaftliches Terrain ‚zurückzuerobern’: Der Kriegsbeginn und dieser Krieg selber forderten Erklärungen, Interpretationen und Sinndeutungen, v.a. auch deshalb, weil der Kampf des Menschen gegen den Menschen in den – bis dato unvorstellbaren – Materialschlachten eine neue Qualität erfuhr: Der Soldat wurde durch die Maschinisierung des Schlachtgeschehens selbst zum Material degradiert; gleichwohl blieb der Topos vom Helden zentral in der Kriegsliteratur, die zur Zeit des Weltkrieges geschrieben und gelesen wurde. Was aber während des Krieges gelesen wurde, ist nicht das, was wir heute zum Ersten Weltkrieg lesen: Wer kennt beispielsweise noch einstige Bestsellerautoren wie Hellmuth von Mücke, Günther Plüchow oder Joseph Magnus Wehner?

Und damit sind wir wieder bei Thea von Harbou angelangt, denn auch sie zählte zu den bekannten und viel gelesenen Schriftstellern des Weltkrieges. Der literarische Durchbruch gelang ihr mit einem Kriegsbuch, das bereits 1913 erschienen war: Von ihrem Bestseller Der Krieg und die Frauen konnte sie bis zum Kriegsende immerhin etwa 100.000 Exemplare verkaufen; es folgten bis zum Jahre 1917 noch acht weitere kriegsliterarische Schriften. Programmatisch zielten diese didaktischen Werke auf die Integration der Individuen in die ‚Opfergemeinschaft des deutschen Volkes’ und auf Erziehung zur unbedingten Pflichterfüllung gegen das Vaterland. Dabei betrieb Harbou eine strukturelle Gleichstellung von Mann und Frau über den Topos des geschlechtsspezifischen Opfers für das Vaterland.

Das Erstaunliche an Der Krieg und die Frauen war nun, das Thea von Harbou bereits 1913 Kriegsszenarien imaginierte, die mit dem Konstrukt des Augusterlebnisses von 1914 korrespondierten. Im Krieg brach sie jedoch ihre Kriegsliteraturproduktion ab und ließ beispielsweise einen ihrer Protagonisten von der Errichtung eines Grabmals in Indien träumen; die Schrecken des Krieges sind in diesem Werk so fern wie das Land. – Um also auf die unterschiedlichen Konstruktionen von Film und Roman zurückzukommen: Der Film führt letztlich nur konsequent fort, was schon im Roman angelegt ist, nämlich die Flucht aus der Realität und die Zuflucht im Phantastischen. Für Harbou jedenfalls scheint der Erste Weltkrieg schon Ende 1917 obsolet geworden zu sein.

21.8.09

Eine Frau liebt das Schlachtfeld

Mit freundlicher Erlaubnis des Journalisten Hanns-Georg Rodek veröffentlichen wir hier seine Besprechung des Buches Der Krieg und die Frau. Thea von Harbous Erzählwerk zum Ersten Weltkrieg (Autor: Andre Kagelmann), erschienen in der Berliner Morgenpost, Freitag, 26. Juni 2009.

Im "Weißen Band", das gerade als erster deutscher Film seit einem Vierteljahrhundert die Goldene Palme in Cannes gewann, zeichnet der Regisseur Michael Haneke das Bild eines norddeutschen Dorfes in den Jahren 1913/14.

In den letzten Monaten vor Ausbruch des Kriegs geht dort alles seinen patriarchalisch geordneten Gang. Der Weltenzusammenbruch kündigt sich nur leise durch merkwürdige "Unfälle" an. Die Kamera verweilt immer wieder in den Häusern, und in eines der Regale hätte Haneke das Buch "Der Krieg und die Frau" stellen können. 1913 publiziert, stellte es den Durchbruch für eine 24 Jahre junge Schriftstellerin dar; die Novellensammlung sollte es bis zum Kriegsende auf über 100 (!) Auflagen bringen.

Heute kennt man Thea von Harbou als Drehbuchautorin von "Metropolis", als die Frau des Regisseurs Fritz Lang, die sich scheiden ließ, als er vor den Nazis floh, und die Goebbels Propagandafilme schrieb, so den "Herrscher", dargestellt von Emil Jannings und inszeniert von Veit Harlan.

Der Name von Harbou hat heute, mehr als ein halbes Jahrhundert nach ihrem Tod, also immer noch einen Klang; es gibt eine Website (http://thea-von-harbou.blogspot.com), die ständig aktualisiert wird, und Andre Kagelmann hat ihr seine Dissertation gewidmet, die jetzt - unter dem gleichen Titel wie damals Harbous Roman - als Buch erschienen ist. Dies ist keine Biografie (eine Gesamtdarstellung ihres Lebens gibt es weiterhin nicht), sondern Kagelmann beschäftigt sich mit dem Thema "Krieg" im Werk der Schriftstellerin: immerhin neun Romane bis zum Ende des Ersten Weltkriegs, sowie Passagen in anderen Werken bis in die Fünfziger.

Das Erstaunliche an "Der Krieg und die Frau" ist, dass von Harbou darin ein Jahr vor dem Ereignis detailliert beschreibt, was sich im August 1914 ereignen sollte: ein Volk, das in einen Taumel der Kriegsbegeisterung steigert und Zweifler hinwegschwemmt. Die Verwandlung einer Pazifistin beschreibt von Harbou so: "Wie sie auf die Straße in die Stadt hineingekommen war, das wusste Brigitte nicht. Sie fühlte nur, dass ihre ungläubige, zweifelnde Seele danach dürstete, diesem Wunder nahe zu sein - diesem unfasslichen, unsagbar schönen Wunder opferfreudiger Begeisterung."

Darin finden sich viele der typisch Harbouschen Elemente: der deutsche Patriotismus, die Volksgemeinschaft, die opferbereite Frau. Außerdem glaubte sie fest an die Überlegenheit deutscher Kultur und reklamierte wie selbstverständlich für Deutschland Kolonien. Das mag aus heutiger Sicht indiskutabel sein, aber einer der Verdienste von Kagelmanns Buch besteht darin, uns begreiflich zu machen, dass dies damals politischer Mainstream war.

Von Harbou selbst war ein lebender Widerspruch. Die Rassistin lebte im Dritten Reich offen mit einem Dunkelhäutigen zusammen (ein Inder, denen die Nazis das Ariertum zugestanden). Sie verdiente Hunderttausende und meldete sich doch freiwillig zum harten Dienst in der Munitionsfabrik. Und in ihrem letzten Roman "Gartenstraße 64", erschienen 1952, kommen der Kriegsbegeisterten endlich Zweifel: "Seit Tausenden von Jahren predigt man uns, dass es süß und ehrenvoll sei, fürs Vaterland zu sterben. Und jetzt? Jetzt wissen wir nicht, waren wir nun Helden? Oder Dummköpfe? Oder Verbrecher?"

Andre Kagelmann: Der Krieg und die Frau. Thea von Harbous Erzählwerk zum Ersten Weltkrieg. MEDIA Net- Kassel. 361 Seiten, 29,90 Euro

30.7.09

Thea von Harbou: Lehrerin für Filmdarstellung

Über einen bisher unbekannten Arbeits- und Wirkungsbereich von Thea von Harbou berichtet die Schauspielerin Anneliese Uhlig. Sie lernte Thea von Harbou 1936 als Lehrerin für Filmdarstellung der Drama-Akademie der Reimann-Schule in Berlin kennen.

Anneliese Uhlig wurde am 27. August 1918 in Essen geboren. Ihre erste Filmrolle spielte sie in dem Film MANEGE (1937). Sie verkörperte die Artistin Maria Morell, an der Seite u.a. ihrer Kollegen Attila Hörbiger, Lucie Höflich und Albert Matterstock.

Bis zum Kriegsende 1945 folgten noch 13 Filme, darunter waren 1943 auch drei italienische Produktionen. 1945 lernte sie einen amerikanischen Offizier kennen, den sie heiratet. Sie war zunächst Produzentin und Regisseurin für den US-Special-Service in Salzburg, ab 1946 Auslandskorrespondentin in Italien, Österreich und den USA. In den 1950er Jahren trat Anneliese Uhlig auch wieder in der Bundesrepublik Deutschland gelegentlich im Film, Theater und Fernsehen auf.

Anneliese Uhlig lebt heute in Santa Cruz, Kalifornien. Ihre Anmerkungen über Thea von Harbou (und auch das Foto von Anneliese Uhlig) verdanken wir Herrn Guido Altendorf vom Filmmuseum Potsdam: filmstadt@filmmuseum-potsdam.de

30.6.09

Ein Abend über Thea von Harbou - im Filmmuseum Potsdam

Eine besondere Veranstaltung bietet am 18. Sept. 2009 das Filmmuseum Potsdam.

Unter dem Titel Ein ‚Grabmal‘ im Weltkrieg - ein Abend über Thea von Harbou wird - ab 19:00 Uhr - das im Verlag MEDIA Net-Edition erschienene Buch Der Krieg und die Frau. Thea von Harbous Erzählwerk zum Ersten Weltkrieg von Andre Kagelmann vorgestellt, anschließend - ab 20:00 Uhr - der erste Teil des zweiteiligen Stummfilms Das indische Grabmal aus dem Jahr 1921 gezeigt: Die Sendung des Yoghi. Dieser Stummfilm wird an der historischen Welte-Kinoorgel von Helmut Schulte begleitet.

Den zweiten Teil des Films, Der Tiger von Eschnapur, zeigt das Filmmuseum dann am Sonntag, den 20.9.20009. Beginn der Veranstaltung ist hier 18:00 Uhr.

In seinem Buch Der Krieg und die Frau. Thea von Harbous Erzählwerk zum Ersten Weltkrieg nimmt der Autor Andre Kagelmann zum ersten Mal systematisch die ‚vergessene Schriftstellerin‘ in den Blick und fokussiert ihre zur Zeit des Ersten Weltkrieges teilweise kanonisierte Kriegsliteratur. Neben einem grundsätzlichen Beitrag zur Erforschung von Kriegsliteratur (von Frauen) bietet das Buch auch eine literaturwissenschaftliche Perspektiverweiterung zu den Forschungen der Filmwissenschaft zum Werk der Thea von Harbou und versteht sich als ergänzende Forschungsarbeit zu Person und Oeuvre. Besonderes Augenmerk wird auf die Biografie der Autorin gelegt; dabei werden auch ihr Leben und Wirken in der Zeit des Nationalsozialismus berücksichtigt.

Weitere Informationen über die Veranstaltung finden Sie rechtzeitig im Kinoprogramm sowie auf der Webseite des Filmmuseums. Die Adresse des Filmmuseums sowie weitere Informationen über das Museum finden Sie hier: http:www.filmmuseum-potsdam.de
Ein Bestellformular für das Buch Der Krieg und die Frau. Thea von Harbous Erzählwerk zum Ersten Weltkrieg finden Sie hier!

29.4.09

Der Krieg und die Frau. Thea von Harbous Erzählwerk zum Ersten Weltkrieg

Das haben Sie sich ganz sicher auch schon mal gefragt, das hat Sie wahrscheinlich die eine oder andere Nacht nicht schlafen lassen: Was macht wohl so ein Bloggerfürst jun. wie Andre Kagelmann, wenn er selber gerade nicht blogt oder damit beschäftigt ist, bei Meister Matussek in die Abendschule zu gehen und von Onkel Kluge zu spicken? – Die Antwort ist so naheliegend wie verschollene Metropolis-Fragmente: Er schreibt ganz einfach eine Dissertation über seine Lieblingsfrau (gelogen!), läßt ein Umschlagbild malen (auch gelogen!) und verkauft Ihnen das alles zu einem unschlagbar günstigen Preis! – Aber jetzt mal ganz ernsthaft:

Thea von Harbou (1888-1954) ist heute vor allem als Drehbuchautorin der Stumm­filmzeit bzw. der Weimarer Republik sowie als Ehefrau von Fritz Lang bekannt. Seine Dissertation Der Krieg und die Frau. Thea von Harbous Erzählwerk zum Ersten Weltkrieg nimmt hin­gegen zum ersten Mal systematisch die 'vergessene Schriftstellerin' in den Blick und fokussiert ihre teilweise kanonisierte Kriegsliteratur.

Kontextualisiert wird die Erzähltextanalyse dieser Werke – neben der Verortung im Œuvre – durch eine thematische und strukturelle Erfassung der Entwicklungslinien der Kriegsliteratur des Ersten Weltkriegs, v. a. der von Frauen. Außerdem wird be­sonderes Augenmerk auf die Biographie der Autorin gelegt; dabei werden auch Thea von Harbous Leben und Wirken in der Zeit des National­sozialismus berücksichtigt.

Die Arbeit leistet, neben einem grundsätzlichen Beitrag zur Erforschung von Kriegsliteratur (von Frauen), somit auch eine literaturwissen­schaftliche Perspek­tiv­er­weiterung zu den filmwissenschaftlichen Forschungen zum Werk Thea von Har­bous und versteht sich als er­gänzende Forschungsarbeit zu Per­son und Œuvre.

Und da sich das alles viel weniger schlimm liest, als es hier buchstabiert wird, können Sie die Arbeit, die jetzt im Verlag Media Net-Edition Anfang Mai 2009 erscheint, sogleich bestellen. Sofort!